P r e s s e m i t t e i l u n g e n

23.05.2011 | Künstlerin Lioba Leibl schuf moderne Maria jenseits traditioneller Symbolik:
Prälat Dr. Josef Schweiger segnet Marienstatue „Maria Knotenlöserin“ in Hauskapelle des B.B.W. St. Franziskus Abensberg

Die „Maria Knotenlöserin“ in der lichten Kapelle des B.B.W. St. Franziskus Abensberg wurde als lebensgroße Bronzestatue von der Münchner Künstlerin Lioba Leibl im Jahr 2010 geschaffen und in der Straubinger Bronzegießerei Gugg gegossen. Am 17. Mai 2011 segnete Prälat Dr. Josef Schweiger, 1. Vorsitzender der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V., die Marienstatue anlässlich einer Maiandacht in der Kapelle mit Jugendlichen und Mitarbeitern des B.B.W.



Maria "Knotenlöserin"

Nachdem die ursprüngliche sitzende Madonna des B.B.W. - eine Gipskopie einer gotischen sitzenden Maria mit Kind - bei der Renovierung der Kapelle zerbrochen war, wurde über eine neue Mariendarstellung für die Kapelle von der Leitung der Einrichtung nachgedacht. Bewusst wurde für die Darstellung eine lebensgroße frei stehende Form gewählt, um den jungen Menschen des Berufsbildungswerkes die direkte Begegnung mit der jungen Frau Maria zu ermöglichen. Von Angesicht zu Angesicht und von Gleich zu Gleich sollte eine Zwiesprache symbolisch herausgefordert werden. Deshalb wurde auch die Darstellung Marias als moderne junge Frau, jenseits traditioneller Symbolik, gewählt.

Maria tritt als junge Frau vor den Betrachter mit ernstem Gesichtsausdruck, in dem sich Gefühle wie Unsicherheit und Angst vor dem Anruf Gottes in der Verkündigungssituation ebenso spiegeln, wie jugendlicher Trotz und trotz allem die Bejahung und Zuversicht zur radikalen Veränderung ihres Lebensplans. Die Bewegung der Figur zeigt Maria im Ansatz des ersten Schritts dieses neuen Lebenswegs. Trotz allen Kontakts zum Betrachter verliert sich Maria nicht darin, sondern bleibt bei sich - eigenständig und konzentriert. In ihren Händen hält Maria ein verknotetes Seil, das sie mit der rechten Hand löst und dessen aufgedröselter Teil an ihrem Körper entlang nach unten läuft und zu ihren Füßen ein Labyrinth bildet. Maria steht in diesem Labyrinth auf kräftigen Füßen.

Das Bild der „Maria Knotenlöserin“ geht auf eine seltene mittelalterliche Darstellungsform Marias zurück. Für das B.B.W. St. Franziskus Abensberg ist diese Darstellung der Maria ohne Kind eine moderne und treffende Form, um die Rolle Marias im Heilsplan Gottes für die Jugendlichen erfassbar zu machen und sie zur Begegnung mit dem Leben der Gottesmutter einzuladen. Auch die Lebenswege vieler Jugendlicher im Berufsbildungswerk sind verknotet, sie haben sich in ihren Lebenserfahrungen verstrickt und brauchen Lösungen für ihre persönlichen und beruflichen Problemlagen. Diese zu bieten und damit Weiterentwicklung und Leben für junge Männer und Frauen zu vermitteln, ist zentrale Aufgabe des Berufsbildungswerkes. In der Begegnung mit der Mariendarstellung in der Kapelle können sich die jungen Menschen in Beziehung bringen mit einer Maria, die selbst mit einem Bruch ihres Lebensplans durch den Anruf Gottes konfrontiert wird, diesen aber mit allen Ängsten und Zweifeln bejaht und die sich entschieden auf ihren neuen Lebensweg macht. Dass Maria in dieser Darstellung innerhalb des Labyrinths zu ihren Füßen steht, zeigt auch, dass sich Verstrickungen nicht einfach lösen, sondern immer wieder neu überwunden werden müssen.

Um die Figur nicht dunkel werden zu lassen wurde sie von der Künstlerin gekalkt und erhält dadurch Ausdruck, Glanz und Kontrast. Sie harmoniert mit dem modernen Kreuzweg in der Kapelle, der ebenfalls von der Künstlerin Lioba Leibl gestaltet wurde. Besucher, die der „Maria Knotenlöserin“ begegnen möchten, sind dazu herzlich in das B.B.W. St. Franziskus Abensberg eingeladen.


Text: Walter Krug


Bild v.li.: Pastoralrefernt Hermann Messerer, KJF-Direktor Michael Eibl, Lioba Leibl, 1. Vorsitzender KJF Prälat Dr. Josef Schweiger, B.B.W.-Leiter Walter Krug.


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